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Tenor & Saxophon-quintett? Absolut behlissimo!
Dass sich Startenor Daniel Behle selbst im bekannten Repertoire immer wieder abseits vertrauter Hörgewohnheiten bewegt, hat er längst bewiesen. Nun überrascht er mit einem Projekt, das wohl nur einem Behle einfallen kann: beliebte Belcanto-Arien, begleitet von vier Saxophonen und Klavier!
behlcanto! sei sein ganz persönliches Herzensprojekt, sagt Behle, entstanden aus dem Wunsch, Repertoire aufzunehmen, das in seinem Bühnenalltag sonst keinen Platz finde: Das italienische Fach, Fundament jeder Legato-Kultur, wollte er neu für sich entdecken und geniesserisch ausleben.
Die ungewöhnliche Besetzung mit dem Alliage Quintett – vier Saxophone und Klavier – mag überraschen und folgt dennoch einer nachvollziehbaren Logik:
Auf alten Schelllackplatten – wie etwa den historischen Caruso-Aufnahmen –, so führt Behle aus, erinnere der entfernte Orchesterklang tatsächlich an ein Saxophonensemble! Aus dieser Assoziation entstand die Idee, diese Arien in einer neuen, farbenreichen und zugleich kammermusikalischen Klanglichkeit zu präsentieren: Erste Arrangements schrieb Stefan Malzew, später erweiterte Alexander Krampe das Repertoire um französische Arien, die Behles lyrischer Stimme besonders entgegenkommen.
Dass Behle einige der bekannten Arien und Lieder auf Deutsch singt, eröffnet ungewohnte Freiheiten – besonders bei sehr bekannten Stücken. Durch den deutschen Text entsteht Nähe, Klarheit und eine oft liedhafte Intimität. Offenbachs „Kleinzack“ oder Eleazars Arie aus Halévys Die Jüdin profitieren besonders davon, und ein Klassiker wie „O sole mio“ (in einer norddeutschen Variante) gewinnt ganz neuen Charme.
behlcanto! richtet sich an Hörer:innen, die neugierig bleiben wollen: auf altbekannte Opernarien, ungewohnt und ganz ohne Pathos dargeboten, mit Ernsthaftigkeit, einem Augenzwinkern und viel Raum für Zwischentöne. Die kleine Besetzung lädt zum konzentrierten Hinhören ein, und Behle gestaltet das Album als bewusst gebauten musikalischen Weg – mit emotionalen Bögen, Tonartenbeziehungen – und präsentiert neben dem bekannten Repertoire auch echte Entdeckungen wie die Canzone von Linguini Passatelli (1887–1925).
Ein Album zwischen Augenzwinkern und tiefer Empfindung – das Ergebnis?
Einfach behlissimo!