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Hier liegt eine jener interessanten und vor tobendem Leben strotzenden Einspielungen vor, die ganz ohne Schnitte und Overdubs auskommt. Dazu müssen die Musiker eine kreative Kommunikation entwickelt haben, in der nichts mehr erklärt werden muss, in der es nur um die Musik und ihre bestmögliche Wirkung geht. Doch solch ein blindes Verstehen muss erarbeitet werden – am besten live. ”Es ist ein Luxus, Stücke erst mal länger live spielen und entwickeln zu können, ehe man sie aufnimmt”, stellt David Helbock glücklich fest. Und genau dieses Glücksgefühl springt hörbar aus den Stücken dieses Albums. Ebenso durchzieht der Albumtitel ”Aural Colours”, übersetzt bedeutet es in etwa ”Farben für die Ohren”, als prinzipielle Herangehensweise die Kompositionen. Ganz egal, ob es dabei um Respektsbezeugungen an David Helbocks ewige Helden Hermeto Pascoal und Thelonious Monk mit selbst geschriebenen Stücken geht oder um seine Schönberg-Variationen, die er zur ”Schönberg Meets Kandinsky Suite” zusammenfasst. Farben und Klänge werden zu ungewöhnlich gemischten Klangfarben angerührt und mit betonter Energie, expressiv unterfüttert mit harten, satten Beats, raumgreifend auf die Leinwand gebracht. Einige Noten scheinen fest mit der Leinwand verbunden. Andere scheinen vor ihr zu schweben. Die Stücke des David Helbock Trios sind nicht nur Futter für die Ohren, sie umhüllen den gesamten Körper wohltuend. Franz X.A. Zipperer / Jazz N More