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Roll Deep gelten als Pioniere des Grime-Sound, welcher sind schon längst seinen Weg von der Insel raus in die Welt gebahnt hat. Selbst der zur Zeit prominenteste Vertreter dieses Genres, Dizzee Rascal, war einst Mitglied des Kollektivs. Wer nun aber erwartet, dass das erste Album der 13köpfigen Crew (8 MCs, 3 Produzenten, 2 DJs) nur durch puren Grime-Sound besticht, irrt sich gewaltig. Viel eingängiger als erwartet dröhnen die Songs aus den Boxen, nicht selten findet man einen Song mit Hitpotenzial. Das dabei keine Absicht dahinter stand, knöpft man der Truppe ab, zu frisch und echt klingen selbst die poppigen Lieder. Auch sonst sind die musikalisch enorm offen, Dancehall, gepitchte Samples, R’n’B, Rock, Salsa oder eben auch Pop, sie lassen sich durch ihren Status nicht einengen. Neben den vielseitigen Raps stechen besonders die Gastvocals von Alex Mills hervor, die den Songs die erwähnte Eingängigkeit verleihen. Aber auch die sehr stark Produktionen der Band-Mitglieder Danny Weed, Wiley und Target sowie Dirty Thoughts und Terra Danjah tragen dazu bei, dass wohl in Zukunft einige Leute die Songs der Roll Deep Crew mitsingen werden. Die britische Presse jubelte zurecht, dass endlich eine britische Posse auch Songs mit Hitpotential schreiben kann.